Für das letzte Mal Skaten in Nizza beschlossen wir, es einmal beim Flughafen zu versuchen. Nach einer viel zu langen Anreise mit dem absolut beschissenen ÖV in Nizza (Busfahrt von Nizza nach Monaco kostet 1€, Nizza Bahnhof bis Nizza Flughafen kostet 4€, unser Bus ist mitten auf der Strecke abgekratzt) fanden wir schliesslich einige schicke Skatespots, die allerdings in einem Bereich liegen, der permanent bewacht wird.
Unweit davon gab es allerdings einen Spot mit abgewetzten Curbs und einer Vierertreppe. Ausserdem standen zwei Jersey-Barriers herum, die Disu in eine schicke Line einbaute. Ich legte mich bei einem komischen Drop von einer Mauer so hart wie noch nie auf diesem Trip aufs Maul. Das Ganze gibt’s eventuell in Flippin’ zu sehen. Ein grossgewachsener Jüngling spielte zur selben Zeit mit zwei kleinen Kindern (wahrscheinlich seine Geschwister) auf dem Platz, auf dem wir am filmen waren. Chrigu filmte bei einer Totalaufnahme des Platzes anscheinend auch besagte Kinder, weswegen besagter Jüngling uns aus irgendeinem Grund ans Leder wollte, und diese Absicht mit einigen Faust-in-Flache-Hand-schlagen-Gesten bekräftigte. Nachdem wir sowieso langsam die Schnauze voll von diesem Spot im Speziellen und vom Skaten in Nizza im Allgemeinen hatten, machten wir uns auf den Nachhauseweg.
Am nächsten Tag gab’s nicht mehr viel erwähnenswertes, da wir diesen letzten Tag in Nizza mit Baden verbrachten. Am Abend gingen wir in ein Restaurant essen und fanden zum ersten Mal eine richtige Disco in dieser Stadt. Am Samstag ging’s dann per Zug los nach Milano, die Reise entpuppte sich als relativ anstrengend, da wir erstens zu wenig Schlaf hatten, uns zweitens gegenseitig auf die Nüsse gingen und drittens die Temperatur im Zug gefühlte fünfzig Grad zu betragen schien.
Milano präsentierte sich nach Nizza als Offenbarung, auch wenn wir ungefähr eine Stunde damit verbrachten, das Hotel La Pace zu suchen. Aber erst einmal angekommen, genossen wir den anständigen Preis von 20€ pro Nase und Nacht im Viererzimmer inklusive Frühstück. Nachdem sich am Sonntag Morgen auch Tobias Schläfli zu uns gesellte, gönnten wir uns nach kurzer Spotsuche die erste Session am Schauplatz des Europafinals des éS-Game-of-SKATE. Eine Vierertreppe, Kurvencurbs und eine Art rundes Manualtable sind hier jeweils in Marmorausführung vorhanden, so dass wir einige Footage in den Kasten bekamen. Am Abend schauten wir bei den Curbs am Hauptbahnhof vorbei, wo wir auch so lange skaten konnten, bis das Abendessen rief.
Heute machten wir einen Ausflug zum Bastard-Shop, der den Ruf hat, einer der besten Skateshop in Europa zu sein. Da sich der Shop in einem alten Kino befindet, über einen eigenen Holzpool über dem Shop verfügt und natürlich nebst dem obligaten Skatestuff auch erstklassige Bücher aus der Skateboardwelt verkauft, kann man den Shop schon als verdammt cool bezeichnen. Bastard ist in erster Linie ein italienisches Streetwear-Label, das auch diesen Shop betreibt, im Gegensatz zu den Labels, die zuerst als Shop anfingen und sich dann als Kleiderlabel etabliert haben. Die Bastard-Jungs waren sehr freundlich und boten und führten uns durch das ganze Gebäude inklusive Bowl, den man aber zu der Zeit aber nicht skaten konnte, weil im Lagerraum darunter die nächstjährige Bastard-Kollektion den Shopvertretern gezeigt wurde.
Danach filmten wir noch stundenlang am Bahnhof, besonderes Highlight war Buris Heelflip vom Gap, für den er zuerst sein Brett brach, anschliessend noch Disus Brett zu Schrott fuhr und den Trick anschliessend mit Chrigus Brett stand. Momentan packen wir für die morgige Reise ins Tessin und spielen nebenbei unser Spiel, dessen Bestandteile hauptsächlich der Deckenventilator und wahllose Kleidungsgegenstände (vorzugsweise Socken von Buri) sind. Gespielt wird das Spiel so, dass man den wahllosen Kleidungsgegenstand in den Deckenventilator schmeisst und sich daran erfreut, wie der Kleidungsgegenstand in einer zufälligen Richtung an die Wand klatscht.
















