Grindelwald White-Elements Pipe ist Geschichte

Seit letztem Freitag ist’s offiziell, die Halfpipe in Grindelwald wird ab kommender Saison nicht mehr aufgebaut. Von den Jungfraubahnhen heisst’s in ihrer Mitteilung:

Die Halfpipe im Skigebiet Grindelwald-First anzufertigen und zu unterhalten, verursachte hohe Kosten. Gleichzeitig war die Nachfrage in den letzten Jahren für die Jungfraubahnen nicht zufriedenstellend. Die Jungfraubahnen verzichten deshalb ab der Wintersaison 2012/2013 darauf, die Halfpipe zu bauen.

Und das, nach dem sich Grindelwald in den letzten Jahren dank der Arbeit der White-Elements-Crew und engagierten Fahrern aus der Region einen grossen Namen in der Freestyle-Szene gemacht hat. Mit Events wie dem RedBull Jibmunks schaffte es der Freestyle-Ort Grindelwald sogar auf StarTV und in’s Schweizer Sportfernsehen. Die Halfpipe war sogar selber oft Austragungsort von Contests, so wie dem Audi Snowboard-Series Tourstopp, und natürlich beim legendären Stoneland Jam, der von den Locals jedes Jahr organisiert wird.

Dass die Nachfrage nicht zufriedenstellend gewesen sein soll, könnte auch daran liegen, dass die Pipe schlecht aufgebaut und danach äusserst selten gepflegt wurde. Man könnte mal die Pisten zwei / drei Wochen nicht pflegen und dann schauen, wie es mit der Nachfrage aussieht.

Dass jetzt die Halfpipe als grosser Teil der Parkanlagen in Grindelwald verschwindet, schmerzt nicht nur Locals. Die Grindelwaldner Pipe war die letzte im ganzen Berner Oberland und hatte somit ein gigantisches Einzugsgebiet. Bisher musste jeder in der Region, der Halfpipe fahren wollte, nach Grindelwald fahren, wenn er nicht den Weg bis nach Saas Fee, Zermatt oder Laax auf sich nehmen wollte. Mit solchen Gästen haben es sich die Jungfraubahnen natürlich jetzt verspielt. Allerdings soll laut der offiziellen Mitteilung noch nicht alles verloren sein, denn:

Sie [Die Jungfraubahnen] verstehen den Bedarf verschiedener Interessengruppen an einer Halfpipe im Berner Oberland und sind bereit, die Geräte zur Verfügung zu stellen, damit eine Interessengruppe selbständig eine Halfpipe aufbauen und betreiben könnte.

Wie stellt man sich das den vor? Darf ich mich da melden und bekomme anschliessend ein Pistenfahrzeug mit Pipe-Dragon, damit ich irgendwo eine Pipe reinfräsen kann?

Die Jungfraubahnen arbeiten zudem an einem Konzept, um die Attraktivität des Skigebiets Grindelwald-First zu erhöhen.

Der Schuss ging dann wohl nach hinten los. Man liest äusserst selten von Skigebieten, die endlich Umsatzrekorde verbuchen, weil sie den Unterhalt von Parks und Pipes streichen. Mit der Ausrede von Kosteneinsparungen wird ein Angebot gestrichen, die manch einer als Hauptgrund nennen kann, damit er nach Grindelwald gekommen ist. Anbei wäre es interessant zu wissen, wie gross der Kostenfaktor Halfpipe im Vergleich zu Angeboten wie dem First Flyer oder dem Skicross-Weltcup ist. Aber vielleicht darf man ein Gebiet, wo so was als Investition in die Zukunft angepriesen wird, nicht zu viel Weitsicht im Bezug auf Marketing verlang werden.

Allerdings muss man sich als zahlender Kunde auch nicht alles gefallen lassen, weswegen wir nun alle, denen die Grindelwaldner Pipe und allgemein Snowparks am Herzen liegen, darum bitten, den Jungfraubahnen die Meinung zu sagen. Natürlich sei hier erwähnt, dass man mit einer anständigen und respektvollen Wortwahl mehr erreicht als mit Beleidigungen.

Am Besten meldet man sich bei Marco Luggen, Leiter Betriebseinheit Firstbahn / Leiter Wintersport oder Urs Kessler, CEO Jungfraubahnen. Per E-Mail wäre das marco.luggen@jungfrau.ch respektive urs.kessler@jungfrau.ch. Oder auch per Brief, die Postadresse der Jungfraubahnen ist:

Jungfraubahnen
Harderstrasse 14
CH-3800 Interlaken

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